
Das Bio-Psycho-Soziale Modell
Das Bio-Psycho-Soziale Modell beschreibt Gesundheit und Krankheit als Ergebnis des Zusammenspiels biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Es wurde ursprünglich von George L. Engel (1977) entwickelt und stellt einen ganzheitlichen Ansatz dar, der besonders in der heutigen Medizin und im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle spielt.
Biologische faktoren
Biologische Faktoren umfassen körperliche Strukturen und Funktionen, z. B. Muskeln, Gelenke, Nervensystem oder Gewebeheilung. Diese Aspekte waren lange Zeit der Hauptfokus in der traditionellen, biomedizinischen Sichtweise.
Psychologische Faktoren
Psychologische Faktoren betreffen Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen. Studien zeigen, dass Überzeugungen über Schmerz, Angst vor Bewegung (Kinesiophobie), Katastrophisieren oder ein geringes Selbstwirksamkeitserleben den Heilungsprozess beeinflussen können.
Soziale Faktoren
Soziale Faktoren beinhalten das Umfeld, soziale Unterstützung, Arbeitsbedingungen oder kulturelle Einflüsse. Diese können den Umgang mit Beschwerden und die Teilhabe am Alltag maßgeblich prägen.





In der Physiotherapie bedeutet das: Beschwerden werden nicht isoliert am Gewebe betrachtet, sondern im Kontext der gesamten Lebenssituation. Evidenzbasierte Leitlinien (NICE, APTA oder DSG) betonen die Bedeutung aktiver Therapien, Edukation und der Berücksichtigung psychosozialer Einflussgrößen.
Ich nutze dieses Modell, um individuelle Behandlungspläne basierend auf Alltagsaktivitäten zu entwickeln, um somit die körperliche Funktionsverbesserung mit edukativen und motivierenden Strategien zu kombinieren. So kann nicht nur die Symptomatik verbessert, sondern auch langfristige Selbstwirksamkeit und Teilhabe gestärkt werden.